Spondylitis ankylosans, auch als Morbus Bechterew bekannt, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die zu Schmerzen, Steifheit und in fortgeschrittenen Stadien zur Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Die Krankheit betrifft überwiegend junge Erwachsene, insbesondere Männer. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. In diesem Artikel erfährst du alles über die Ursachen, Symptome, Diagnosemöglichkeiten und die wichtigsten Behandlungsmethoden – mit besonderem Fokus auf Physiotherapie.
Ursachen der Spondylitis ankylosans
Die genaue Ursache von Spondylitis ankylosans ist nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere bekannte Faktoren:
- Genetische Veranlagung: Ein Großteil der Betroffenen trägt das HLA-B27-Gen, das mit der Erkrankung in Verbindung gebracht wird.
- Autoimmunprozesse: Fehlgeleitete Immunreaktionen können zu chronischen Entzündungen führen.
- Umweltfaktoren: Infektionen oder andere äußere Reize könnten eine Rolle bei der Krankheitsentstehung spielen.
Symptome der Spondylitis ankylosans
Die Symptome treten oft schleichend auf und können anfangs mit anderen Rückenschmerzen verwechselt werden:
- Chronische Rückenschmerzen: Besonders im unteren Rücken, die sich in Ruhe verstärken und durch Bewegung bessern.
- Morgensteifigkeit: Steifheitsgefühl in der Wirbelsäule, das oft länger als 30 Minuten anhält.
- Schmerzen in anderen Gelenken: Besonders Hüfte, Schultern und Knie können betroffen sein.
- Augenentzündungen (Uveitis): Häufiges Begleitsymptom mit Rötung und Schmerzen im Auge.
- Einschränkung der Beweglichkeit: In fortgeschrittenen Stadien kann es zu einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule kommen.
Diagnose der Spondylitis ankylosans
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Die Diagnostik umfasst:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt überprüft typische Symptome und Bewegungseinschränkungen.
- Bildgebende Verfahren: Röntgen- oder MRT-Aufnahmen können typische Veränderungen der Wirbelsäule zeigen.
- Bluttests: Untersuchung auf Entzündungswerte und das HLA-B27-Gen.
Behandlungsmöglichkeiten
Obwohl Spondylitis ankylosans nicht heilbar ist, kann eine gezielte Therapie die Beschwerden lindern und die Beweglichkeit erhalten.
1. Medikamentöse Therapie
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Schmerz- und Entzündungshemmung durch Medikamente wie Ibuprofen oder Naproxen.
- Biologika (TNF- oder IL-17-Hemmer): Spezifische Medikamente, die das Immunsystem regulieren und Entzündungen hemmen.
- Kortikosteroide: Kurzfristige Anwendung zur Behandlung akuter Entzündungsschübe.
2. Physiotherapie – Ein zentraler Bestandteil der Behandlung
Physiotherapie ist essenziell, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren.
- Gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen: Förderung der Wirbelsäulenmobilität und Muskelstärkung.
- Haltungsschulung: Verbesserung der Körperhaltung zur Vermeidung von Fehlhaltungen.
- Atemtherapie: Unterstützung der Brustkorbbeweglichkeit zur Vermeidung von Atemeinschränkungen.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann Muskelverspannungen lösen, während Kälte akute Entzündungen lindert.
3. Weitere nicht-medikamentöse Therapien
- Sport und Bewegung: Regelmäßige Aktivitäten wie Schwimmen oder Yoga sind besonders vorteilhaft.
- Ergotherapie: Anpassung von Alltagsbewegungen zur Entlastung der Wirbelsäule.
- Psychosoziale Unterstützung: Verhaltenstherapeutische Maßnahmen können helfen, den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern.
Fazit
Spondylitis ankylosans ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die frühzeitig erkannt und behandelt werden sollte. Physiotherapie spielt eine entscheidende Rolle, um die Mobilität zu erhalten und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine individuell abgestimmte Therapie, bestehend aus Bewegung, Medikamenten und unterstützenden Maßnahmen, kann helfen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Wer an Spondylitis ankylosans leidet, sollte regelmäßig ärztlichen Rat einholen und aktiv an seiner Therapie mitwirken. Bei uns im Kraftort Therapiezentrum erstellen unsere qualifizierten Physiotherapeuten einen individuellen Behandlungsplan für Ihre Beschwerden.
Ihr Kraftort Team
